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SUMMARY:Prokrastination - Nur Harakiri ist schöner
DESCRIPTION:Zwischen Aufschieben\, Selbstabwertung und blockierter Handlungsfähigkeit\nProkrastination ist keine eigenständige Diagnose\, aber für Betroffene ein hochbelastendes und häufig chronisches Problem. Anhaltendes Aufschieben geht mit Scham\, Selbstvorwürfen\, Leistungseinbußen und einer spürbaren Einschränkung der Lebensqualität einher. In der psychotherapeutischen Praxis zeigt sich Prokrastination selten isoliert\, sondern eingebettet in Angst vor Bewertung\, Perfektionsansprüche\, Selbstwertprobleme und ambivalente Zielbindungen. Was nach außen wie Trägheit wirkt\, ist klinisch häufig Ausdruck blockierter Selbstregulation und innerer Konflikte.\nBesonders deutlich wird dies bei jungen Menschen\, die zwischen hohen gesellschaftlichen Erwartungen\, diffuser Zukunftsunsicherheit und instabilen Wertsystemen navigieren müssen. Phänomene wie Hikikomori oder sogenannte NEET-Verläufe verweisen auf tiefgreifende Veränderungen von Motivation\, Leistung und sozialer Teilhabe. Gleichzeitig entsteht im generationellen Vergleich rasch ein moralischer Deutungsrahmen\, der Prokrastination als Charakter- oder Haltungsproblem missversteht. Der Kurs rückt diese Dynamiken zurecht: Prokrastination wird als psychologisch erklärbares\, therapeutisch relevantes Muster verstanden – nicht als mangelnder Wille. \nWas Sie in diesem Kurs erwartet:\nDas Seminar vermittelt ein differenziertes Verständnis von Prokrastination als komplexes Zusammenspiel aus Motivation\, Emotion\, Selbstwert und Kontextbedingungen. Gesellschaftliche Entwicklungen und generationenspezifische Perspektiven werden ebenso einbezogen wie die subjektive Erlebniswelt der Betroffenen und ihrer Angehörigen. Auf dieser Basis werden psychotherapeutische Modelle vorgestellt\, die erklären\, warum Einsicht allein selten zu Veränderung führt. Im Fokus steht die Frage\, wie therapeutische Prozesse gestaltet werden können\, um Handlungsfähigkeit aufzubauen\, ohne Scham und Selbstabwertung weiter zu verstärken. Theorie\, klinische Beispiele und anschauliche Interventionen greifen dabei eng ineinander. \nKonkret werden behandelt:\n\nProkrastination als Selbstregulationsproblem\nAbgrenzung von Faulheit\, Widerstand und Motivationsmangel.\nLeidensdruck und psychische Folgen\nZusammenhänge mit Angst\, Depression\, Selbstwertproblemen und Leistungsabfall.\nGesellschaftliche und generationelle Kontexte\nWertunsicherheit\, Überforderung und kulturelle Deutungsmuster von Leistung.\nPerspektiven von Betroffenen und Angehörigen\nScham\, Konflikte und Missverständnisse im sozialen Umfeld.\nPsychotherapeutische Modelle und Interventionen\nAnsatzpunkte zur Förderung von Motivation\, Zielbindung und Umsetzung.\nTherapeutische Haltung\nZwischen Strukturgebung\, Empathie und klarer Verantwortungszuschreibung.\n\nWarum dieser Kurs?\nProkrastination ist ein häufiges\, aber oft unterschätztes Thema in der psychotherapeutischen Versorgung. Sie beeinflusst Bildungs- und Berufsverläufe\, soziale Teilhabe und psychische Gesundheit nachhaltig\, wird jedoch nicht selten bagatellisiert oder moralisiert. Gleichzeitig zeigt die Forschung\, dass gezielte psychotherapeutische Interventionen wirksam sind – vorausgesetzt\, das Problem wird konzeptionell richtig verstanden.\nDer Kurs bietet eine fundierte\, zeitgemäße Einordnung von Prokrastination und vermittelt therapeutische Sicherheit im Umgang mit einem Phänomen\, das viele Therapien begleitet\, ohne explizit benannt zu werden. Er schärft den Blick für die psychologische Logik des Aufschiebens und eröffnet Wege\, aus blockierter Handlung wieder wirksames Tun entstehen zu lassen.
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DESCRIPTION:Wenngleich anhaltende Prokrastination – das Aufschieben wichtiger Arbeiten auf den immer wieder nächsten Tag – keine Diagnose nach ICD-10 darstellt\, ist sie für Betroffene oft mit einem hohen Leidensdruck\, Schamgefühlen\, Leistungseinbußen und einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität verbunden. Es besteht ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen sowie eine verschlechterte Sozial- und Leistungsprognose. Soziologische Phänomene in Asien (z. B. „Hikikomori“) oder das Auftreten von NEETs (Not in Education\, Employment\, or Training) in der westlichen Welt deuten auf Zusammenhänge mit einer zunehmenden Wert- und Zielunsicherheit bzw. Überforderung junger Menschen hin. Das Erleben von Verschiebungen im Generationengefüge und eine vermeintliche Zunahme der ‚Faulheit der jungen Leute‘ wird häufig von der staunenden Elterngeneration wahrgenommen. \nIm Kurs werden Modelle und gesellschaftliche Zusammenhänge entwickelt\, Perspektiven von Betroffenen und Angehörigen betrachtet sowie psychotherapeutisches Wissen und Techniken zum Thema anschaulich dargestellt. \nLiteratur:\nHöcker\, A.\, Engberding\, M. & Rist\, F. (2022). Prokrastination – Extremes Aufschieben. Fortschritte der Psychotherapie\, Band 84. Göttingen: Hogrefe.\nHurrelmann\, K. & Albrecht\, E. (2014). Die heimlichen Revolutionäre. Wie die Generation Y unsere Welt verändert. Weinheim: Beltz.
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