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SUMMARY:Neue Nummern\, gleiche Störungen? - ICD-11: Psychische Störungen zwischen Klassifikation und Realität
DESCRIPTION:Orientierung gewinnen\, Systematik verstehen\, klinische Entscheidungen präziser treffen\nNach 30 Jahren ICD-10-Nutzung zeigen Studien\, dass bis zu 40% der Diagnosen bei psychischen Störungen in der Übergangsphase zwischen Klassifikationssystemen Inkonsistenzen aufweisen – nicht wegen mangelnder Sorgfalt\, sondern wegen veränderter Systematik. Die WHO hat mit der ICD-11 über 55.000 Krankheitsentitäten neu strukturiert\, allein im Kapitel F/06 (psychische Störungen) wurden grundlegende Konzepte überarbeitet. Obwohl die verpflichtende Einführung in Deutschland noch aussteht\, beeinflusst die ICD-11 bereits jetzt Behandlungsleitlinien\, Forschungspublikationen und internationale Kommunikation. \nSie kennen das aus Ihrer Praxis: Patienten mit komplexer PTBS\, die nach ICD-10 unter F43.1 nur unzureichend abgebildet wurden. Zwangsstörungen\, die konzeptuell zwischen Angst- und Impulskontrollstörungen changierten. Oder die diagnostische Unsicherheit bei Gaming Disorder\, das erst 2022 erstmals in einer offiziellen Klassifikation erschien. Die ICD-11 adressiert genau diese klinischen Grauzonen durch wissenschaftlich fundierte Neustrukturierungen\, dimensionale Spezifizierungen und präzisere Kriterien. Dieser Kurs vermittelt Ihnen systematisch\, welche Änderungen klinisch relevant sind und wie Sie die neue Klassifikation sicher anwenden – lange bevor sie zur Pflicht wird. \nWas Sie in diesem Kurs erwartet:\nSie erhalten eine wissenschaftlich fundierte Einführung in die Logik der ICD-11\, die auf den Feldstudienergebnissen von über 15.000 klinischen Fachkräften weltweit basiert. Die neue Struktur folgt einer funktionalen Modelllogik\, die empirisch besser validiert ist als das kategoriale System der ICD-10. Sie arbeiten sich durch die relevantesten diagnostischen Gruppen – affektive Störungen\, Angst- und Zwangsstörungen\, Traumafolgestörungen\, substanzbezogene und Verhaltenssüchte – und verstehen\, warum bestimmte Störungsbilder umklassifiziert wurden. \nBesonderer Fokus liegt auf der praktischen Umsetzbarkeit: Wie kodieren Sie komplexe PTBS? Welche Spezifizierungen bei Depression sind klinisch entscheidungsrelevant? Wie dokumentieren Sie Gaming Disorder korrekt für Kostenträger? Anhand konkreter Fallbeispiele wird nachvollziehbar\, wie die dimensionalen Ergänzungen (z.B. bei Persönlichkeitsstörungen) diagnostische Präzision erhöhen und therapeutische Planung verfeinern können. Die WHO hat zudem Online-Tools zur Kodierung bereitgestellt – deren Nutzung wird im Kurs praktisch demonstriert. \nKonkret werden behandelt:\n\nStrukturelle Grundprinzien der ICD-11: Neue Kapitelarchitektur\, funktionale statt deskriptive Klassifikation\, Einführung dimensionaler Spezifizierungen mit empirischer Validierung\nZentrale diagnostische Verschiebungen: Komplexe PTBS als eigenständige Diagnose\, Zwangsstörungen als separate Gruppe\, neue Klassifikation von Gaming Disorder und anderen Verhaltenssüchten – jeweils mit wissenschaftlicher Begründung aus aktuellen Meta-Analysen\nAffektive Störungen und Angststörungen: Präzisierte Kriterien\, neue Subtypen\, praxisrelevante Abgrenzungen – Sie verstehen\, warum z.B. die anhaltende Trauerstörung neu aufgenommen wurde und welche Versorgungslücke dies schließt\nPersönlichkeitsstörungen dimensional: Vom kategorialen zum dimensionalen Modell – ein Paradigmenwechsel mit direkten Konsequenzen für Therapieplanung und Dokumentation\nKodierpraxis und typische Fallstricke: Konkrete Entscheidungsregeln\, Umgang mit Mehrfachdiagnosen\nRelevanz für Ausbildung und Versorgung: Welche Konsequenzen hat die ICD-11 für Dokumentation\, Qualitätssicherung\, multiprofessionelle Kommunikation und Lehrtätigkeit in Aus- und Weiterbildung\n\nWarum dieser Kurs?\nPsychische Störungen verursachen in Deutschland jährlich über 44 Milliarden Euro direkte Krankheitskosten – präzise Diagnostik ist nicht nur wissenschaftlich\, sondern auch versorgungspolitisch zentral. Die ICD-11 integriert 25 Jahre Forschungsfortschritt seit Veröffentlichung der ICD-10 und bildet Störungsbilder ab\, die damals noch nicht als eigenständige Entitäten anerkannt waren. Studien zeigen\, dass Behandler\, die mit neuen Klassifikationen vertraut sind\, diagnostische Entscheidungen um durchschnittlich 15-20% schneller treffen und interdisziplinär präziser kommunizieren können. \nWer die ICD-11 jetzt beherrscht\, gewinnt diagnostische Souveränität für die kommenden Jahrzehnte. Sie können klinische Phänomene differenzierter einordnen\, wissenschaftlich fundierter argumentieren und sind vorbereitet\, wenn die Umstellung verbindlich wird. Internationale Publikationen und Forschungsanträge nutzen bereits jetzt die ICD-11-Nomenklatur – Ihre Fähigkeit\, beide Systeme zu übersetzen\, wird zur gefragten Kompetenz. Dieser Kurs bietet Ihnen eine solide wissenschaftliche Grundlage und direkt anwendbares Praxiswissen.
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SUMMARY:Das Immunsystem der Seele – Resilienztraining zwischen Coach und Couch
DESCRIPTION:Resilienz verstehen\, messen und gezielt fördern\n13\,9 % der Frauen und 8\,2 % der Männer in Deutschland berichten eine starke chronische Stressbelastung (Hapke et al.\, 2013). Aktuelle Erhebungen zeigen\, dass 80 % der Bundesbürger in den vergangenen Monaten unter Stress litten\, wobei Stress die am häufigsten genannte psychische Belastung darstellt\, gefolgt von depressiven Verstimmungen und Angstsymptomen (Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit\, 2024). Sie kennen das aus Ihrer Praxis: Patienten\, die trotz vergleichbarer Belastungen völlig unterschiedlich reagieren. Patienten\, die nach schweren Traumata überraschend schnell wieder funktionieren. Patienten\, die bei scheinbar geringen Stressoren dekompensieren\, während andere unter extremen Bedingungen resilient bleiben. \nDie zentrale Frage lautet: Was unterscheidet Menschen\, die unter widrigen Umständen psychisch gesund bleiben\, von jenen\, die erkranken? Und vor allem: Lässt sich diese Widerstandsfähigkeit trainieren? Die Resilienzforschung hat in den vergangenen Jahren einen paradigmatischen Wandel vollzogen – von der Vorstellung einer stabilen Persönlichkeitseigenschaft hin zum Verständnis von Resilienz als dynamischem Anpassungsprozess. Dieser Kurs vermittelt Ihnen ein wissenschaftlich fundiertes Verständnis moderner Resilienzkonzepte und zeigt auf\, wie Sie Resilienz bei Ihren Patienten systematisch erfassen und fördern können. \nWas Sie in diesem Kurs erwartet:\nSie lernen zunächst die wissenschaftliche Entwicklung des Resilienzbegriffs kennen – von den Pionierstudien Emmy Werners auf Kauaʻi bis zu aktuellen neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Resilienz wird dabei nicht mehr als statisches Merkmal verstanden\, sondern als Ergebnis eines dynamischen Anpassungsprozesses: der Erhalt oder die rasche Wiederherstellung psychischer Gesundheit trotz Widrigkeiten. Ein zentraler Punkt: Resilienz kann nur dann beurteilt werden\, wenn das Ausmaß der Stressoren bekannt ist\, denen eine Person ausgesetzt ist. Diese kontextabhängige Perspektive hat weitreichende Implikationen für Diagnostik und Intervention. \nDie wissenschaftliche Evidenz zu Resilienztrainings ist differenziert zu betrachten. Eine Metaanalyse mit 11 randomisiert-kontrollierten Studien zeigt einen moderaten positiven Effekt von Resilienzinterventionen (d=0\,44)\, wobei sowohl kognitiv-behaviorale als auch achtsamkeitsbasierte und gemischte Interventionen wirksam sind (Joyce et al.\, 2018). Ein systematisches Review von 14 Studien zu arbeitsplatzbezogenen Resilienztrainings belegt\, dass Resilienztraining die persönliche Resilienz verbessern und mentale Gesundheit sowie subjektives Wohlbefinden bei Mitarbeitenden fördern kann – mit besonders großen Effekten für psychische Gesundheit und Wohlbefinden (Robertson et al.\, 2015). Eine weitere Metaanalyse von 37 Studien mit 16.348 Teilnehmenden zeigt Gesamteffekte von d=0\,21\, wobei die größten Wirkungen auf kurzfristige Arbeitsleistung und Wohlbefinden zu verzeichnen sind und langfristig kleine\, aber signifikante Effekte auf die Reduktion psychischer Beschwerden bestehen (Vanhove et al.\, 2016). Der Kurs vermittelt Ihnen die psychosozialen Resilienzfaktoren\, die in wissenschaftlich fundierten Programmen gezielt angesprochen werden\, und zeigt auf\, wie Sie diese in Ihre therapeutische Arbeit integrieren können. \nKonkret werden behandelt:\n\nGeschichte und moderne Konzepte der Resilienz: Von den klassischen Langzeitstudien (Werner\, Garmezy\, Rutter) bis zu aktuellen Definitionen von Resilienz als Prozess\, Kapazität und Outcome\, paradigmatische Entwicklung des Resilienzbegriffs und Implikationen für die Praxis\nOperationalisierung und Messung: Diagnostische Erfassung von Resilienz unter Berücksichtigung der Stressorexposition\, Erstellung von Resilienzprofilen als Grundlage für individualisierte Interventionen\, Unterscheidung zwischen stabilen Persönlichkeitsmerkmalen und trainierbaren Faktoren\nPsychosoziale Resilienzfaktoren: Evidenzbasierte Schutzfaktoren auf individueller Ebene (Problemlösekompetenz\, Selbstwirksamkeit\, Optimismus\, kognitive Flexibilität)\, auf sozialer Ebene (soziale Unterstützung\, Beziehungsgestaltung) und auf gesellschaftlicher Ebene (strukturelle Rahmenbedingungen)\nModerne Resilienztrainingsprogramme: Überblick über wissenschaftlich evaluierte Programme mit Wirksamkeitsnachweisen aus RCTs und systematischen Reviews\, kritische Bewertung von Trainingsansätzen hinsichtlich theoretischer Fundierung und empirischer Belege\, Gestaltungsmerkmale effektiver Interventionen (Dauer\, Setting\, Zielgruppe)\nNeurowissenschaftliche Grundlagen: Resilienzmechanismen des Gehirns und ihre Modulation durch Interventionen\, Zusammenhang zwischen Hirngesundheit\, körperlicher Gesundheit und psychischer Widerstandsfähigkeit\, aktuelle Forschungsergebnisse aus der Neurobiologie der Stressverarbeitung\nPlanung und Durchführung von Interventionen: Systematische Entwicklung resilienzfördernder Maßnahmen auf Basis des individuellen Resilienzprofils\, Integration in bestehende Behandlungskonzepte\, Anpassung an verschiedene Zielgruppen (klinische vs. präventive Settings\, Einzeln vs. Gruppe)\nTransdiagnostische Perspektive: Resilienz nicht als störungsspezifische Intervention\, sondern als übergeordneter Mechanismus psychischer Gesundheit\, Anwendung bei verschiedenen Störungsbildern und in der Prävention\, Abgrenzung zu und Kombination mit störungsspezifischen Therapieverfahren\n\nWarum dieser Kurs?\nMenschen mit starker chronischer Stressbelastung zeigen deutlich häufiger depressive Symptomatik\, Burnout-Syndrom oder Schlafstörungen (Hapke et al.\, 2013). Die gesellschaftliche Relevanz ist evident: Multiple Krisen – von der COVID-19-Pandemie über den Klimawandel bis zu geopolitischen Konflikten – stellen erhöhte Anforderungen an die psychische Widerstandsfähigkeit. Besonders betroffen sind Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status (17\,3 % starke Stressbelastung) und Personen mit geringer sozialer Unterstützung (26\,2 %). Resilienzförderung ist damit nicht nur ein individuelles\, sondern auch ein Public-Health-Thema. \nDie besondere Stärke des Resilienzansatzes liegt in seiner transdiagnostischen Ausrichtung: Statt der Prävention spezifischer psychischer Erkrankungen fokussiert er übergeordnete Mechanismen psychischer Gesundheit. Die wissenschaftliche Evidenz zeigt\, dass Resilienztrainings wirksam sind – besonders wenn sie kognitiv-behaviorale und achtsamkeitsbasierte Techniken kombinieren. Allerdings ist die Qualität der Programme heterogen: Viele Angebote basieren nicht auf wissenschaftlichen Resilienzkonzepten und verzichten auf Erfolgskontrollen. Sie lernen in diesem Kurs\, wie Sie evidenzbasierte von weniger geeigneten Ansätzen unterscheiden und welche Faktoren die Wirksamkeit beeinflussen. \nSie erhalten nicht nur theoretisches Wissen über ein „Modethema“\, sondern ein differenziertes Verständnis dafür\, was Resilienz wissenschaftlich tatsächlich bedeutet\, wie Sie sie erfassen und wie Sie evidenzbasierte Interventionen professionell einsetzen. Der Kurs vermittelt Ihnen die Kompetenz\, Resilienzförderung in Ihre therapeutische Arbeit zu integrieren. Sie lernen einen Ansatz kennen\, der nicht nur Symptome reduziert\, sondern Ihre Patienten befähigt\, zukünftige Belastungen besser zu bewältigen.
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