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SUMMARY:Komplexe Traumafolgestörung wirksam behandeln – Zwischen Stabilisierung\, Beziehung und Verarbeitung
DESCRIPTION:Traumafolgestörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen: Die Lebenszeitprävalenz für PTBS liegt bei etwa 7-8%\, bei schweren interpersonellen Traumata deutlich höher. Doch während die Behandlung einfacher PTBS mit Traumakonfrontation gut beforscht ist\, zeigt die ambulante Versorgung eine andere Realität. Sie kennen diese Patienten aus Ihrer Praxis: schwere Emotionsregulationsstörungen\, selbstschädigendes Verhalten\, tiefgreifende Beziehungsprobleme\, negatives Selbstbild – und ein therapeutischer Prozess\, der sich deutlich schwieriger gestaltet als Standardprotokolle suggerieren. \nDie diagnostische Kategorie der komplexen PTBS (ICD-11) trägt dieser klinischen Realität Rechnung. Sie entsteht typischerweise bei chronischer Traumatisierung in Kindheit und Jugend\, insbesondere wenn eine desorganisierte Bindung (Typ D) vorliegt. Diese Patienten schwanken zwischen verzweifelter Nähesuche und panischer Distanzierung\, zwischen Regression in kindliche Zustände und aggressiver Selbstablehnung. Die therapeutische Herausforderung liegt in der Balance zwischen Stabilisierung\, Beziehungsgestaltung und dosierter Verarbeitung – eine Gratwanderung\, die spezialisiertes Wissen erfordert. \nWas Sie in diesem Kurs erwartet:\nSie lernen die spezifischen Herausforderungen verstehen\, die sich aus der Kombination von chronischer Traumatisierung und desorganisierter Bindung ergeben. Das diagnostische Verständnis umfasst die Abgrenzung zwischen einfacher und komplexer PTBS\, die Bedeutung früher Bindungsstörungen und deren Auswirkungen auf den therapeutischen Prozess. \nEin zentraler Schwerpunkt liegt auf der Ego-State-Arbeit als Methode zur Behandlung dissoziativer Anteile. Sie lernen konkret den Umgang mit maligner Regression – jenen therapeutisch schwierigen Zuständen\, in denen Patienten in traumatisierte kindliche Ich-Anteile regredieren. Die Arbeit mit dem „inneren Kind“ wird ebenso vermittelt wie die therapeutisch anspruchsvolle Täterintrojekt-Arbeit: Viele komplex traumatisierte Patienten haben die abwertende\, schädigende Stimme des Täters internalisiert und richten massive Selbstablehnung gegen sich selbst. \nDer Kurs adressiert die zentrale klinische Frage: Wann stabilisieren\, wann konfrontieren? Sie erhalten differenzierte Kriterien für die Indikationsstellung. Diese Balance ist entscheidend: Zu frühe Konfrontation kann retraumatisieren\, ausschließliche Stabilisierung verhindert Heilung. Die vermittelten Methoden sind für die ambulante Psychotherapie konzipiert und berücksichtigen zeitlich begrenzte Behandlungskontingente. \nKonkret werden behandelt:\n\nDifferentialdiagnostik: PTBS versus komplexe PTBS\nDiagnostische Kriterien nach ICD-11\, Abgrenzung zwischen einfacher und komplexer PTBS. Besondere Bedeutung der Typ-D-Bindungsstörung für Verlauf und Behandlung. Klinische Marker für Komplexität: Emotionsregulation\, Beziehungsfähigkeit\, Selbstbild.\nBindungstheorie und ihre Bedeutung für die Traumabehandlung\nDesorganisierte Bindung als Risikofaktor für komplexe Traumafolgen. Auswirkungen auf die therapeutische Beziehung: Nähe-Distanz-Konflikte\, Übertragungsdynamiken\, Beziehungsabbrüche. Therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung als Heilungsfaktor.\nEgo-State-Arbeit: Theoretische Grundlagen und praktische Anwendung\nVerständnis dissoziativer Ich-Anteile bei komplexer PTBS. Identifikation und Arbeit mit verschiedenen Ego-States. Integration versus Kooperation der Anteile als therapeutisches Ziel.\nUmgang mit maligner Regression und Innere-Kind-Arbeit\nErkennen regressiver Zustände in der Therapie\, konstruktiver Umgang mit kindlichen Anteilen ohne Förderung chronischer Regression. Grenzsetzung und therapeutische Strukturierung bei schwierigen Regressionen.\nTäterintrojekt-Arbeit bei Selbstablehnung\nVerständnis internalisierter Täterrepräsentanzen und deren Rolle in der Aufrechterhaltung des Leidens. Therapeutische Techniken zur Identifikation\, Externalisierung und Bearbeitung selbstschädigender innerer Stimmen. Aufbau von Selbstmitgefühl als Gegengewicht.\nStabilisierung versus Traumaexposition: Die zentrale therapeutische Entscheidung\nDifferenzierte Indikationskriterien für Stabilisierung oder Konfrontation. Reihenfolge und Dosierung therapeutischer Interventionen. Umgang mit dem Dilemma zwischen Sicherheit und Fortschritt durch Exposition.\nPraktische Behandlungsplanung und Krisenmanagement\nStrukturierung komplexer\, oft jahrelang dauernder Behandlungen. Umgang mit Suizidalität\, Selbstverletzung\, Beziehungsabbrüchen. Fälle wie beispielsweise schwere komplexe PTBS nach sexuellem Missbrauch in der Kindheit\, organisierte Gewalt oder chronische Vernachlässigung.\n\nWarum dieser Kurs?\nKomplexe Traumafolgestörungen gehören zu den schwierigsten Behandlungsbildern in der ambulanten Psychotherapie. Während Expositionsverfahren für einfache PTBS gut evaluiert sind\, zeigen viele traumatisierte Patienten komplexe Störungsbilder mit schwerer Emotionsdysregulation\, Beziehungspathologie und dissoziativen Symptomen. Standardprotokolle greifen hier oft zu kurz. \nDie wissenschaftliche Anerkennung der komplexen PTBS als eigenständige Diagnose im ICD-11 trägt dieser Realität Rechnung. Aktuelle Forschung unterstreicht die Bedeutung von Stabilisierung\, Beziehungsarbeit und phasenorientierter Behandlung. Studien zeigen: Zu frühe Traumakonfrontation führt zu Behandlungsabbrüchen und Verschlechterungen. Gleichzeitig führt ausschließliche Stabilisierung nicht zur Heilung der Kernsymptomatik. \nDer Kurs vermittelt spezialisierte Methoden für diese therapeutische Gratwanderung. Die Ego-State-Arbeit bietet einen strukturierten Zugang zu dissoziativen Anteilen\, der sich in der Behandlung komplexer Traumafolgen als wirksam erwiesen hat. Die Arbeit mit maligner Regression und Täterintrojekten adressiert zentrale Behandlungshindernisse\, die in Standardmanualen oft fehlen. \nFür Ihre Praxis bedeutet dies: Sie gewinnen Handlungssicherheit in therapeutisch schwierigen Situationen und können eine Patientengruppe kompetent behandeln\, die häufig von krisenhaften Verläufen geprägt ist. Sie können die zentrale klinische Frage fundiert beantworten: Wann ist was indiziert? \nEntwickeln Sie spezialisierte Kompetenz für komplexe Traumafolgestörungen\, erweitern Sie Ihr therapeutisches Repertoire um evidenzbasierte Methoden jenseits standardisierter Exposition und verbessern Sie die Behandlungsergebnisse für eine anspruchsvolle\, leidensrelevante Patientengruppe.
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