Lade Kurse

Angst vor der Arbeit? Gibt es nicht? Doch! – Arbeitsangst erkennen, therapieren und sozialmedizinisch einordnen

Kursnummer:
26-1-010
Erster Kurstag:
calendar_month Fr 13.03.2026 schedule 14:00 - 21:30
Zweiter Kurstag:
calendar_month Sa 14.03.2026 schedule 09:00 - 16:30
Dauer:
16 UE
Fortbildungspunkte:
20 FBP
Gebühr:
49500 €

Zwischen Leistungsanforderung, Bedrohungserleben und Erwerbsfähigkeit

Arbeitsangst ist ein häufiges, aber in der psychotherapeutischen Versorgung lange unterschätztes Phänomen. Bedrohung durch Kund:innen oder Schüler:innen, Unfallgefahren, permanente Bewertung durch Vorgesetzte oder Rivalitäten im Kollegium können den Arbeitsplatz zu einem zentralen Angstraum machen. Hinzu kommt, dass arbeitsbezogene Ängste auch sekundär im Rahmen anderer psychischer Erkrankungen auftreten und sich dort auf spezifische Arbeitsplatzsituationen fokussieren. Klinisch problematisch ist, dass diese Ängste selten offen benannt werden. Patient:innen berichten stattdessen über körperliche Beschwerden, Erschöpfung oder Konflikte – die Angst bleibt implizit.
Nehmen arbeitsbezogene Ängste phobischen Charakter an, führen sie regelhaft zu Arbeitsunfähigkeit und nicht selten zum Verlust des Arbeitsplatzes. Therapeutisch entsteht dadurch eine besondere Konstellation: Der zentrale Angstraum ist real, dauerhaft präsent und entzieht sich klassischen Expositionslogiken. Gleichzeitig haben Fehldiagnosen oder unzureichende Einordnung erhebliche sozialmedizinische Konsequenzen. Der Kurs macht deutlich, warum Arbeitsangst kein Randphänomen ist, sondern ein eigenständiges, versorgungsrelevantes Störungsbild.

Was Sie in diesem Kurs erwartet:

Das Seminar vermittelt ein differenziertes Verständnis arbeitsplatzbezogener Ängste auf der Basis aktueller klinischer und sozialmedizinischer Konzepte. Die Teilnehmer:innen lernen, Arbeitsangst von anderen Angststörungen und stressassoziierten Belastungen abzugrenzen und typische diagnostische Fallstricke zu erkennen. Ein Schwerpunkt liegt auf der besonderen therapeutischen Herausforderung, da der Arbeitsplatz selbst meist nicht als Übungsfeld zur Verfügung steht. Neben psychotherapeutischen Behandlungsstrategien werden sozialmedizinische Aspekte systematisch einbezogen, um Therapieentscheidungen realistisch und verantwortungsvoll zu treffen.

Konkret werden behandelt:

  1. Formen arbeitsbezogener Ängste
    Arbeitsplatzphobie, situationsbezogene Ängste und sekundäre Arbeitsängste.
  2. Diagnostische Besonderheiten
    Warum Patient:innen selten über Arbeitsangst sprechen – und wie sie dennoch erkannt werden kann.
  3. Therapeutische Herausforderungen
    Begrenzte Expositionsmöglichkeiten und alternative Behandlungsstrategien.
  4. Arbeitsangst und Komorbidität
    Einbettung in depressive, angstbezogene und traumabezogene Störungsbilder.
  5. Sozialmedizinische Einordnung
    Arbeitsfähigkeit, Arbeitsunfähigkeit und ihre therapeutische Bedeutung.
  6. Therapeutische Haltung und Verantwortung
    Zwischen Behandlung, Schutz und realistischen Perspektiven.

Warum dieser Kurs?

Arbeitsangst entscheidet häufig über Erwerbsverläufe, soziale Teilhabe und langfristige psychische Stabilität. Gleichzeitig fehlt vielen Therapeut:innen eine klare diagnostische und konzeptionelle Orientierung im Umgang mit diesem Störungsbild. Ohne differenzierte Einordnung drohen Fehlbehandlungen mit gravierenden Konsequenzen für Patient:innen.
Der Kurs schließt diese Lücke, indem er psychotherapeutische und sozialmedizinische Perspektiven verbindet. Er stärkt die diagnostische Sicherheit, erweitert das therapeutische Repertoire und ermöglicht einen professionellen Umgang mit einem Thema, das in der heutigen Arbeitswelt an Bedeutung gewinnt – auch dort, wo man lange meinte: Angst vor der Arbeit gibt es nicht.

Buchungen

Die unten stehende Nummer beinhaltet Tickets für diese Veranstaltung aus dem Warenkorb. Durch einen Klick auf "Tickets kaufen" können vorhandene Teilnehmerinformationen bearbeitet sowie die Ticketsanzahl verändert werden.
Angst vor der Arbeit? Gibt es nicht? Doch! – Arbeitsangst erkennen, therapieren und sozialmedizinisch einordnen
495,00
20 verfügbar