Soziale Angst – Verstehen, überwinden, selbstbewusst leben

Aufmerksamkeit, Sicherheitsverhalten und wirksame Veränderung sozialer Bewertungsangst
Die soziale Angststörung gehört zu den häufigsten psychischen Störungen und zugleich zu den am leichtesten zu übersehenden. In der therapeutischen Praxis tarnt sie sich nicht selten hinter depressiver Symptomatik, Erschöpfung oder allgemeiner Vermeidung. Besonders tückisch ist ihr oft subtil ausgeprägtes Sicherheitsverhalten, das kurzfristig entlastet, langfristig jedoch genau jene Angst aufrechterhält, die überwunden werden soll. So bleibt die Störung wirksam, obwohl sie nicht klar benannt ist.
Therapeutisch anspruchsvoll ist daher weniger die Symptomidentifikation als das präzise Verstehen der zugrunde liegenden Aufmerksamkeits- und Bewertungsprozesse. Soziale Angst ist kein Defizit sozialer Kompetenz, sondern ein hochautomatisiertes Zusammenspiel aus Selbstfokussierung, negativen Grundüberzeugungen und Vermeidungsstrategien. Der Kurs zeigt, wie diese Mechanismen systematisch aufgedeckt und gezielt verändert werden können, um schrittweise einen neuen, selbstbestimmteren Lebensstil zu ermöglichen.
Was Sie in diesem Kurs erwartet
Der Workshop sensibilisiert für diagnostische Herausforderungen sozialer Angststörungen und stellt das international am besten evaluierte verhaltenstherapeutische Behandlungsmodell nach Clark und Wells vor. Im Mittelpunkt steht die individualisierte Therapieplanung: Wie werden Verhaltensexperimente so konzipiert, dass sie wirklich neue Erfahrungen ermöglichen? Wie lässt sich die selbstfokussierte Aufmerksamkeit wirksam umlenken? Und wie kann mit tief verankerten, schwer korrigierbaren Grundüberzeugungen gearbeitet werden, ohne sie frontal zu bekämpfen? Theorie, klinische Beispiele und praktische Umsetzung sind eng miteinander verzahnt.
Konkret werden behandelt:
- Soziale Angst erkennen
Subtile Symptomatik, Sicherheitsverhalten und Abgrenzung zu komorbiden Störungen. - Das Modell nach Clark & Wells
Aufrechterhaltende Prozesse sozialer Angst im therapeutischen Fokus. - Verhaltensexperimente
Individuell zugeschnittene Planung und Durchführung mit maximaler Lernwirkung. - Aufmerksamkeitstraining
Task Concentration Training zur Reduktion selbstfokussierter Wahrnehmung. - Arbeit an Grundüberzeugungen
Umgang mit zentralen Annahmen wie „Ich bin uninteressant“ oder „Ich falle negativ auf“. - Transfer in den Alltag
Schrittweise Etablierung eines selbstbewussteren sozialen Verhaltens.
Warum dieser Kurs?
Soziale Angststörungen sind gut behandelbar – vorausgesetzt, sie werden klar erkannt und konsequent adressiert. Gleichzeitig zeigt die Versorgungspraxis, dass unzureichende Diagnostik oder unspezifische Interventionen häufig zu Chronifizierung führen. Das evidenzbasierte Modell nach Clark und Wells bietet hier eine präzise, hochwirksame therapeutische Struktur.
Der Kurs vermittelt diagnostische Schärfe und therapeutische Handlungssicherheit in einem zentralen Störungsbereich der Psychotherapie. Er richtet sich an Therapeut:innen, die soziale Angst nicht nur lindern, sondern nachhaltig verändern wollen – auf der Basis eines der bestuntersuchten Behandlungsansätze.