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Zwischen Enkel-Fotos und Freundschaftsanfragen – Stabilität und Veränderung sozialer Beziehungen im Alter

Kursnummer:
26-1-015
Erster Kurstag:
calendar_month Fr 24.04.2026 schedule 14:00 - 21:30
Zweiter Kurstag:
calendar_month Sa 25.04.2026 schedule 09:00 - 16:30
Dauer:
16 UE
Fortbildungspunkte:
20 FBP
Gebühr:
49500 €

Soziale Plastizität, neurobiologische Grundlagen und therapeutische Perspektiven

Soziale Beziehungen verändern sich im höheren Lebensalter grundlegend – nicht als Ausdruck von Defizit, sondern als Teil lebenslanger Anpassungs- und Reifungsprozesse. Während bestimmte Kontakte an Bedeutung verlieren, rücken andere stärker in den Fokus: familiäre Bindungen, insbesondere zu Enkeln, gewinnen an Gewicht, zugleich eröffnen digitale Kommunikationsformen neue Möglichkeiten sozialer Teilhabe. Diese Veränderungen sind nicht nur sozial, sondern neurobiologisch fundiert. Das alternde Gehirn bleibt plastisch und passt sich veränderten sozialen Anforderungen aktiv an.
In der klinischen Praxis zeigt sich jedoch, dass diese Anpassungsprozesse nicht automatisch gelingen. Einsamkeit, soziale Unsicherheit oder Überforderung durch digitale Medien können psychische Belastungen verstärken. Therapeutisch relevant ist daher die Frage, wie soziale Beziehungen im Alter kompetent gestaltet und neurobiologische Ressourcen gezielt genutzt werden können. Der Kurs verbindet gerontologische Forschung mit klinischer Erfahrung und rückt soziale Plastizität als zentralen Wirkfaktor psychischer Gesundheit im Alter in den Mittelpunkt.

Was Sie in diesem Kurs erwartet:

Das Seminar vermittelt einen fundierten Einblick in aktuelle Forschung zu sozialen Beziehungen im Alter und deren neurobiologischen Grundlagen. Die Teilnehmer:innen lernen, wie neuronale und insbesondere kortikale Plastizität lebenslang erhalten bleibt und therapeutisch nutzbar gemacht werden kann. Vorgestellt werden wissenschaftlich validierte Verfahren zur Erfassung und bildgebenden Darstellung zerebraler Plastizität sowie deren Bedeutung für soziale Anpassungsprozesse. Darüber hinaus werden evidenzbasierte Strategien zur Gestaltung sozialer Beziehungen im Alter vermittelt, die sowohl in der therapeutischen Arbeit als auch zur eigenen Selbsterfahrung Anwendung finden können.

Konkret werden behandelt:

Soziale Beziehungen im Alter
Veränderungen von Nähe, Distanz und Prioritäten im Lebensverlauf.

Neurobiologische Grundlagen
Lebenslange neuronale Plastizität und ihre Bedeutung für soziale Anpassung.

Digitale Kommunikation und Altern
Spezifische Herausforderungen und Chancen digitaler Medien für ältere Menschen.

Erfassung zerebraler Plastizität
Überblick über validierte diagnostische und bildgebende Verfahren.

Altwerden, Altern und Reifen
Konzeptionelle Differenzierung zentraler Begriffe der Entwicklungspsychologie.

Therapeutische Implikationen
Förderung sozialer Kompetenz, Teilhabe und psychischer Stabilität im Alter.

Warum dieser Kurs?

Mit dem demografischen Wandel gewinnt die psychotherapeutische Arbeit mit älteren Menschen zunehmend an Bedeutung. Gleichzeitig besteht die Gefahr, altersbezogene Veränderungen vorschnell zu pathologisieren oder ausschließlich defizitär zu betrachten. Die Forschung zeigt hingegen, dass soziale und neuronale Entwicklungsprozesse bis ins hohe Alter aktiv gestaltbar sind.
Der Kurs bietet eine differenzierte, wissenschaftlich fundierte Perspektive auf soziale Beziehungen im Alter und deren neurobiologische Grundlagen. Er richtet sich an Therapeut:innen, die Altern nicht nur als Abbau, sondern als dynamischen Entwicklungsprozess verstehen und ihre Arbeit entsprechend ressourcenorientiert und evidenzbasiert ausrichten möchten.

Buchungen

Die unten stehende Nummer beinhaltet Tickets für diese Veranstaltung aus dem Warenkorb. Durch einen Klick auf "Tickets kaufen" können vorhandene Teilnehmerinformationen bearbeitet sowie die Ticketsanzahl verändert werden.
Zwischen Enkel-Fotos und Freundschaftsanfragen – Stabilität und Veränderung sozialer Beziehungen im Alter
495,00
20 verfügbar