Im Kopf des Bösen – Die Psyche von Tätern verstehen

„Der wirkte doch völlig normal.“
Narzissmus, Dissozialität, Psychopathie: forensische Diagnostik, Risikoprognose und Therapie im Zwangskontext, mit echten Fällen aus der Sicherungsverwahrung.
Was macht einen Menschen „böse“? Hinter dieser alten Frage stehen klinisch sehr konkrete Herausforderungen: die diagnostische Abgrenzung von narzisstischer und dissozialer Persönlichkeitsstörung, das Erkennen psychopathischer Strukturen und die Einschätzung, wie gefährlich ein Mensch tatsächlich ist. Dieses Seminar nähert sich dem Phänomen aus psychologischer Perspektive, von den Erklärungsmodellen bis zur forensischen Praxis.
Sie lernen die diagnostische Differenzierung der relevanten Persönlichkeitsstörungen und setzen sich vertieft mit dem Konzept der Psychopathie auseinander. Etablierte Instrumente der Risikobeurteilung, darunter die Psychopathie-Checkliste nach Hare, lernen Sie kennen und einordnen. Der zweite Teil widmet sich der therapeutischen Arbeit im Zwangskontext: der Balance von Nähe und Distanz, dem Umgang mit Manipulation sowie Selbstschutz und Sicherheit. Die Dozentin arbeitet selbst als Psychologin in der Sicherungsverwahrung und bringt reale Fälle und eigene Erfahrungen ein.
Forensische Vorerfahrung ist nicht erforderlich. Das Seminar öffnet einen seltenen Einblick in ein besonderes Arbeitsfeld und schärft zugleich den Blick für Persönlichkeitsstrukturen, die auch in der ambulanten Praxis begegnen können.