Archetypen, Schatten, Individuation – oder: Wie viel Jung steckt in moderner Psychotherapie?

„Ich mache jetzt Schattenarbeit. Kennen Sie das?“
Jungs Analytische Psychologie fundiert kennenlernen: von Komplex und Schatten bis zur Aktiven Imagination, mit Brücken zu Schematheorie und Ego-States.
Schatten, Archetypen, Individuation: Jungs Begriffe sind kulturell allgegenwärtig und kursieren derzeit sogar als Selbsthilfe-Trends durch Social Media, meist losgelöst von ihrem theoretischen Kontext. In der wissenschaftlich orientierten Psychotherapie spielt die Analytische Psychologie dagegen kaum noch eine Rolle, obwohl sich erstaunlich viele Bezüge zu modernen Konzepten herstellen lassen. Zeit für eine fundierte Neubewertung.
Die Fortbildung erarbeitet die zentralen Konzepte in ihrem historischen Zusammenhang: Typologie, Komplextheorie, Schatten, Archetypenlehre und den Individuationsprozess, und trennt dabei populäre Fehldeutungen vom Original. Darauf aufbauend werden Verbindungen zu aktuellen Verfahren herausgearbeitet, von der Schematheorie über Ego-State-Modelle und strukturelle Dissoziation bis zu imaginativen Verfahren. Praktisch erproben Sie klassische Methoden wie Traumdeutung, Aktive Imagination und symbolische Deutungstechniken in Demonstrationen, Übungen und Kleingruppen. Selbsterfahrungsanteile, etwa zur eigenen Typologie, gehören dazu. Der Dozent ist selbst Verhaltenstherapeut und Psychoanalytiker nach C.G. Jung und vermittelt beide Perspektiven aus erster Hand.
Sie gewinnen ein differenziertes Verständnis eines prägenden Denkgebäudes und konkrete Anregungen, welche Elemente sich reflektiert in Ihre Praxis integrieren lassen.