Wenn der Körper die Vergangenheit nachspielt – Körperselbst und Traumaspuren in der psychodynamischen Behandlungstechnik

„Ich kann es nicht erklären. Es sitzt einfach hier.“
Präverbale Traumaspuren psychodynamisch erreichen: das Körperengramm verstehen und mit der somatischen Narration therapeutisch durcharbeiten.
Manche Patienten können über ihr Trauma nicht sprechen, weil es aus einer Zeit stammt, in der es noch keine Worte gab. Die Traumaforschung zeigt: Traumatische Erfahrungen, besonders frühe Bindungstraumata, schreiben sich vor allem ins Körperselbst ein. Sie zeigen sich nicht als erzählbare Geschichte, sondern als Spannung, Missempfindung, Impuls oder Beziehungsgeste, und bleiben rein sprachlicher Bearbeitung unzugänglich, während sie das aktuelle Erleben nachhaltig prägen.
Das Seminar vermittelt einen konzeptionell klaren Zugang zu dieser präverbalen Schicht. Mit dem Konzept des verkapselten Körperengramms wird verständlich, wie sich Traumaspuren körperlich binden und welche Abwehrmechanismen sie abspalten. Die Behandlungstechnik der somatischen Narration zeigt dann, wie diese Engramme auf die Bühne der therapeutischen Beziehung eingeladen und durchgearbeitet werden können, ohne Settingwechsel, innerhalb der psychodynamischen Arbeit, und ohne zu überfordern oder zu re-inszenieren. Der Dozent hat beide Konzepte selbst entwickelt und publiziert. Entlang zahlreicher klinischer Beispiele wird die konkrete Arbeitsweise erfahrbar, eigene Fälle können eingebracht und diskutiert werden.
Das Ergebnis konsequenter Arbeit auf dieser Ebene ist substanziell verbesserte emotionale Klarheit und Autonomie, die Voraussetzung, um später entstandene Konflikte überhaupt erfolgreich bearbeiten zu können.