Nicht gleich tief eintauchen. Erst Sicherheit. Traumasensible Achtsamkeit

„Schließen Sie die Augen und spüren Sie in Ihren Körper hinein.“
Achtsamkeit sicher einsetzen bei Traumafolgen: Warnsignale erkennen, Übungen traumasensitiv anpassen und Interventionen im Toleranzfenster gestalten.
Achtsamkeit gilt als sanft und heilsam, doch für Menschen mit Traumafolgestörungen kann die klassische Anleitung zum Innehalten und Hineinspüren zum Risiko werden: Stille, geschlossene Augen und Körperwahrnehmung können Überflutung, Dissoziation und Retraumatisierung auslösen. Wer achtsamkeitsbasiert arbeitet, ob in Therapie, MBSR- oder MBCT-Kursen, braucht deshalb traumasensitives Handwerkszeug.
Der Kurs vermittelt zunächst die Grundlagen: Chancen und Risiken der Achtsamkeit bei Traumafolgestörungen, die neurobiologischen Zusammenhänge und das Konzept des Toleranzfensters als Kompass für Stabilisierung und Interventionsgestaltung. Darauf aufbauend lernen Sie die Prinzipien traumasensitiver Achtsamkeit kennen: eine Haltung von Wahlmöglichkeit, Selbstbestimmung und Ressourcenorientierung sowie die konkrete Anpassung klassischer Übungen an unterschiedliche Belastungsgrade und Settings. Sie üben, Warnsignale wie beginnende Dissoziation und Überflutung zu erkennen, klären Indikationen und Kontraindikationen und erproben modifizierte Übungen in freiwilliger Selbsterfahrung. Fallarbeit aus psychotherapeutischen und kursbasierten Kontexten verankert das Vorgehen, die Integration in bestehende Achtsamkeitsprogramme wird ausdrücklich mitgedacht.
Das Dozentinnen-Duo verbindet langjährige Achtsamkeitslehre mit traumatherapeutischer und psychosomatischer Expertise und hat gemeinsam zum Thema publiziert. Sie gewinnen die Sicherheit, Achtsamkeit auch bei belasteten Patienten verantwortungsvoll einzusetzen.