Sport und Psychotherapie – oder: Wie der Muskel dem Kopf hilft

„Sie sollten sich mehr bewegen.“ Der Satz wirkt selten.
Bewegung als evidenzbasierte Intervention bei Depression: STEP.De kennenlernen, Motivation fördern und Sporttherapie in die Behandlung integrieren.
„Sie sollten sich mehr bewegen“: Kaum eine therapeutische Empfehlung wird so oft ausgesprochen und verpufft so zuverlässig. Dabei ist körperliche Aktivität gerade bei Depression ein gut belegter Wirkfaktor, der in der Versorgung weitgehend ungenutzt bleibt, weniger aus Wissensmangel als aus Unsicherheit über die Umsetzung. Diese Fortbildung holt Bewegung aus der Ecke der allgemeinen Lebensstilberatung und verortet sie als gezielte Intervention in der psychotherapeutischen Behandlung.
Sie lernen die Versorgungssituation und die Evidenzlage zu Bewegung bei Depression und weiteren Störungsbildern kennen, einschließlich der neurobiologischen, psychologischen und sozialen Wirkmechanismen. Im Zentrum steht STEP.De, das manualisierte sporttherapeutische Gruppenprogramm bei Depression, das der Dozent mitentwickelt hat und dessen Überführung in die Regelversorgung der Innovationsausschuss beim G-BA empfohlen hat. In der Selbsterfahrung erproben Sie Übungen zu Körperwahrnehmung, Motivation und Belastungsdosierung; ergänzend üben Sie, Bewegungsbarrieren im therapeutischen Gespräch zu erkennen und mit motivierender Gesprächsführung zu bearbeiten.
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Sporttherapeuten und der Aufbau lokaler Versorgungsnetzwerke runden das Konzept ab. In der Fallarbeit wenden Sie die Inhalte auf eigene Fälle an; bringen Sie diese gern mit.