Komplexe Traumafolgestörung wirksam behandeln – Zwischen Stabilisierung, Beziehung und Verarbeitung

„Erst stabilisieren oder endlich verarbeiten?“
Komplexe PTBS behandeln: von der Diagnostik nach ICD-11 über Stabilisierung und Ego-State-Arbeit bis zur schonenden Traumaexposition.
Wenn eine chronifizierte PTBS auf eine früh entstandene Typ-D-Bindungsstörung trifft, greifen klassische Behandlungsmanuale zu kurz: Instabile Beziehungen, Dissoziation und tiefe Selbstablehnung prägen dann die Therapie, und die Frage, wie lange stabilisiert werden muss und wann verarbeitet werden darf, wird zur zentralen Behandlungsentscheidung. Diese Fortbildung gibt Ihnen dafür eine klare Systematik an die Hand.
Sie lernen die ICD-11-Kriterien der komplexen PTBS kennen, grenzen sie von der klassischen PTBS ab und verstehen strukturelle Dissoziation und Typ-D-Bindungsstörung als konzeptuelle Grundlagen. Sie reflektieren Übertragung und Gegenübertragung in instabilen Beziehungskontexten und entwickeln eine tragfähige therapeutische Haltung. Praktisch üben Sie stabilisierende Techniken von Psychoedukation und Ressourcenaktivierung über imaginative Verfahren bis zur Arbeit mit dysregulierten Affekten, dazu die Ego-State- und Innere-Kind-Arbeit mit malignen kindlichen Anteilen sowie den Umgang mit Täterintrojekten und Selbstablehnung. Für die Traumaexposition bei komplexer Traumatisierung lernen Sie Voraussetzungen, Dosierung und Kontraindikationen kennen. Der Dozent lehrt seit Jahrzehnten Psychotraumatherapie und hat das Standardwerk zu komplexen Traumafolgestörungen mitherausgegeben.
In der Fallarbeit übertragen Sie das Vorgehen auf mitgebrachte oder fiktive Fälle und planen Behandlungsphasen für instabile Verläufe; den Abschluss bildet die therapeutische Selbstfürsorge in der Arbeit mit komplex traumatisierten Patienten.