Zu verletzt für Nähe? – oder: Der Teufelskreis von Kränkung und Einsamkeit

„Einsamkeit sitzt in fast jeder Therapie mit im Raum. Zur Sprache kommt sie selten.“
Kränkung und Einsamkeit als transdiagnostische Themen: Mechanismen verstehen und mit konkreten Interventionen Selbstwert und Verbundenheit fördern.
Einsamkeit sitzt in fast jeder Therapie mit im Raum, wird aber selten direkt angesprochen. Häufig steht am Anfang eine Kränkung: Wer verletzt wurde, zieht sich zurück, und der Rückzug vertieft die Einsamkeit, die wiederum kränkbarer macht. Dieser Teufelskreis wirkt störungsübergreifend, von Depressionen über Angsterkrankungen bis zu Persönlichkeitsstörungen und Belastungsreaktionen. Diese Fortbildung vermittelt, wie Sie ihn erkennen, verstehen und gezielt bearbeiten.
Sie lernen die psychologischen Modelle zum Zusammenspiel von Kränkung, Einsamkeit, Selbstwert, Selbstfürsorge und sozialer Verbundenheit kennen und identifizieren die aufrechterhaltenden Mechanismen. Anhand klinischer Fallvignetten entwickeln Sie Fallkonzeptionen und therapeutische Hypothesen und erarbeiten die Besonderheiten in unterschiedlichen Störungsbildern. Ein eigener Schwerpunkt gilt der therapeutischen Beziehung: dem Perspektivwechsel zwischen Patient und Behandler und den typischen Fallstricken, wenn Kränkbarkeit auch die Therapiebeziehung erfasst. Praktisch üben Sie evidenzbasierte Interventionen zur Förderung von Selbstwert, Selbstfürsorge und Verbundenheit und stellen sich einen Werkzeugkoffer für Ihre Praxis zusammen. Die Dozentin beschäftigt sich als Professorin für Psychiatrie und Psychotherapie seit Jahren mit existentiellen Themen wie Einsamkeit, Verlust und Trauer.
In der Fallarbeit wenden Sie die Werkzeuge an, tauschen sich kollegial aus und entwickeln individuelle Strategien für die Integration in Ihren therapeutischen Alltag.