Ich fühle mich immer schuldig oder einfacher: Schuld verteilen und fertig?
Die Emotionen Schuld und Scham sind häufig Teil des therapeutischen Prozesses und können die Behandlung stark beeinflussen. Schuldgefühle entstehen, wenn Patienten das eigene Handeln als negativ im Abgleich mit ihrem Gewissen bewerten – sei es transdiagnostisch in Dilemma-Situationen, störungsspezifisch im Kontext von Depression, Zwangsstörungen oder Traumafolgestörungen (insbesondere bei interpersoneller Gewalt), oder durch Schuldabwehr, wenn andere für das eigene Schicksal verantwortlich gemacht werden. Zudem zeigen sich Schuldgefühle häufig, wenn ein Mangel an „Schuldkompetenz“ besteht und Lebensübergänge eine Verantwortung erfordern, die den eigenen Werten zuwiderläuft.
Dieser Workshop widmet sich den vielschichtigen Aspekten von Schuld und Scham und der Frage, wie diese Emotionen therapeutische Prozesse beeinflussen. Er bietet emotionsfokussierte und kreative Anregungen zur Arbeit mit Schuld und Scham in der Psychotherapie und Supervision. Sie lernen, die Ursprünge und die Sinnhaftigkeit der Emotionen zu erkunden, die vier Phasen eines selbstvergebenden Prozesses erfahrbar zu machen und den „Gesunden Erwachsenen“ zu stärken. Eine kollektive Bewusstseinsstärkung fördert das Einfügen in ein Gemeinschaftsgefühl und bietet ein unterstützendes Fundament.
Lernen Sie praktische Methoden und Ansätze kennen, um mit maladaptiven Schuldgefühlen und ihrem Einfluss auf die therapeutische Beziehung umzugehen. Zudem wird vermittelt, wie Sie selbst mit diesen Emotionen in eigenen Selbsterfahrungsprozessen und in der Supervision umgehen können, um Durchstehvermögen zu entwickeln, wenn das eigene Gewissen belastet wird.
Literatur:
Lammers, M. (2016). Emotionsbezogene Psychotherapie von Scham und Schuld: Das Praxishandbuch. Schattauer.
Riessen, I. (2024). Schuldgefühle. Emotionsarbeit in der Psychotherapie. Beltz-Verlag.