Drama, Distanz, Dauerkrise? – Persönlichkeitsstörungen im therapeutischen Alltag

„Schon vor der Stunde wissen Sie: Heute wird es wieder anstrengend.“
Persönlichkeitsstörungen verstehen und behandeln: doppelte Handlungsregulation, Beziehungsgestaltung und Klärungsorientierte Psychotherapie nach Sachse.
Sie kennen diese Therapien: Die Beziehung ist ständig unter Spannung, jede Intervention wird zur Verhandlung, und zwischen Drama, Distanz und Dauerkrise bleibt vom Behandlungsplan wenig übrig. Patienten mit Persönlichkeitsstörungen gelten als hochgradig interaktionsschwierig, doch ihr Verhalten folgt einer verstehbaren Logik. Diese Fortbildung vermittelt die Expertise, um diese Logik zu entschlüsseln und therapeutisch zu nutzen.
Sie lernen die Diagnostik und Klassifikation von Persönlichkeitsstörungen kennen und verstehen mit dem Modell der doppelten Handlungsregulation, warum Beziehungsmotive und dysfunktionale Muster das Verhalten steuern. Sie analysieren typische Beziehungsmuster und Interaktionsfallen und entwickeln daraus eine tragfähige therapeutische Haltung samt passender Beziehungsangebote. Im Zentrum steht die Klärungsorientierte Psychotherapie: ihr phasenorientiertes Vorgehen, die Klärung von Motiven und Bedürfnissen sowie die Bearbeitung dysfunktionaler Schemata, ergänzt um störungsspezifische Strategien für unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen und den Umgang mit Beziehungskrisen. Der Dozent ist Vorstandsvorsitzender der Internationalen Gesellschaft für Klärungsorientierte Psychotherapie und hat die erste Therapie-Tools-Sammlung zur KOP mitverfasst.
In der Fallarbeit entwickeln Sie klärungsorientierte Fallkonzeptionen für eigene klinische Beispiele und nehmen Strategien mit, wie aus schwierigen Interaktionen langfristig tragfähige Arbeitsbeziehungen werden.