Suizidalität- was tun? Psychotherapie in Krisensituationen

„Kaum eine Situation macht Behandlern mehr Angst als die suizidale Krise.“
Sicherheit in der suizidalen Krise: Risikoexploration, Ambivalenzklärung, Sicherheitsplanung und BCBT, dazu rechtliche Rahmenbedingungen.
Kaum eine klinische Situation fordert Behandler so wie die suizidale Krise: die Sorge, mit der falschen Frage etwas auszulösen, der Druck der Verantwortung, die rechtliche Unsicherheit. Diese Fortbildung vermittelt auf Basis aktueller Befunde, wie suizidale Krisen entstehen und sich zuspitzen, was Menschen zum Suizid motiviert und welche Hindernisse auf diesem Weg wirksam werden, und leitet daraus die Möglichkeiten wie die Grenzen therapeutischen Handelns ab.
Sie lernen Definitionen, Epidemiologie und theoretische Modelle suizidalen Erlebens und Verhaltens kennen und üben die strukturierte Risikoexploration akuter und chronischer Gefährdung an klinischen Fallbeispielen. Entlang eines prozessstrukturierenden Phasenmodells erarbeiten Sie die Beziehungsgestaltung in der Krise, die motivationale Aufarbeitung suizidaler Ambivalenz und die Förderung von Selbstkontrolle durch Sicherheitsplanung und individuelle Notfallpläne. Als evidenzbasiertes Behandlungsprogramm lernen Sie die Brief Cognitive Behavioral Therapy zur Suizidprävention nach Bryan und Rudd mit ihren zentralen Interventionen kennen. Ergänzend behandelt der Kurs den Umgang mit Suizidgesten und persistierender Suizidalität sowie die rechtlichen und ethischen Rahmenbedingungen. Der Dozent forscht seit vielen Jahren zu Suizidalität und hat die deutschsprachigen Standardwerke zur Psychotherapie suizidaler Patienten verfasst.
In Kleingruppen bearbeiten Sie praxisnahe Fallbeispiele, diskutieren therapeutische Strategien kollegial und übertragen das Phasenmodell in Ihren Berufsalltag.