Über Tisch und Bänke oder still und verpeilt: AD(H)S als oft übersehene Diagnose mit hoher Relevanz

„ADHS sitzt öfter im Behandlungszimmer, als es diagnostiziert wird.“
ADHS bei Erwachsenen erkennen und behandeln: leitliniengerechte Diagnostik, Komorbiditäten, Psychoedukation und ressourcenorientierte Therapie.
ADHS im Erwachsenenalter zeigt viele Gesichter, laut und chaotisch oder still und verpeilt, und wird gerade deshalb oft übersehen. Patienten kommen mit Depressionen, Ängsten, Substanzgebrauch oder beruflichen Brüchen in die Praxis, während die zugrunde liegende ADHS unerkannt bleibt, und mit ihr die Chance auf eine störungsspezifische, sehr gut wirksame Behandlung. Diese Fortbildung vermittelt, worauf Sie achten müssen.
Sie lernen die neurobiologischen und psychologischen Grundlagen, den Verlauf und die geschlechtsspezifischen Unterschiede der ADHS kennen und führen eine leitliniengerechte Diagnostik durch: vom Screening über klinische Interviews und strukturierte Verfahren wie WURS-K und CAARS bis zur Differenzialdiagnostik anhand typischer Fallkonstellationen. Sie erkennen die häufigen psychischen und somatischen Begleiterkrankungen mit ihren Wechselwirkungen und Behandlungsimplikationen. Therapeutisch erarbeiten Sie eine wirksame Psychoedukation samt Umgang mit Stigmatisierung und Selbstwertproblemen, die leitlinienbasierte medikamentöse Behandlung sowie verhaltenstherapeutische Strategien mit Skills, Strukturhilfen und Selbstmanagement. Dazu gehört die ressourcenorientierte Seite: Kreativität, Hyperfokus und Energie als Potenziale für eine positive Identitätsarbeit, ergänzt um Alltagsstrategien, Angehörigenarbeit und den eigenen Schutz vor Erschöpfung in der Begleitung. Die Dozentin beschäftigt sich seit über 25 Jahren mit ADHS bei Erwachsenen und hat das ADHS-Zentrum München mitgegründet.
In der interaktiven Falldiskussion besprechen Sie eigene Fälle, typische Behandlungsverläufe und Hindernisse; bringen Sie gern Fälle aus Ihrer Praxis mit.