Embodiment – Wie die Haltung die Haltung beeinflusst: Resilienz stärken durch Körperbewusstsein

Resilienz stärken durch Körperbewusstsein und verkörperte Selbstregulation
Psychische Prozesse sind untrennbar mit dem Körper verbunden. Denken, Fühlen und Handeln entstehen nicht losgelöst, sondern eingebettet in körperliche Zustände, Bewegungsmuster und die Interaktion mit der Umwelt. Das Konzept des Embodiments beschreibt diese wechselseitige Beeinflussung und rückt den Körper als aktiven Mitgestalter psychischer Prozesse in den Fokus. In der psychotherapeutischen Praxis wird dieser Zusammenhang häufig implizit genutzt, bleibt jedoch selten systematisch reflektiert. Dabei zeigen empirische Befunde eindrucksvoll, wie Haltungen, Bewegungen und körperliche Spannungszustände kognitive Bewertungen, emotionale Reaktionen und Handlungsbereitschaft unmittelbar beeinflussen.
Resilienz zeigt sich genau in dieser Fähigkeit zur Selbstregulation: Belastungen früh wahrzunehmen, adaptive Anpassungsprozesse einzuleiten und das innere Gleichgewicht wiederherzustellen. Körperbewusstsein spielt dabei eine zentrale Rolle. Der Kurs macht deutlich, wie verkörperte Interventionen genutzt werden können, um Resilienz nicht nur zu thematisieren, sondern erfahrbar und nachhaltig veränderbar zu machen.
Was Sie in diesem Kurs erwartet
Das Seminar vermittelt ein fundiertes Verständnis von Embodiment als therapeutischem Wirkprinzip. Anhand ausgewählter empirischer Studien wird gezeigt, wie gezielte Bewegungen und Haltungen Denkmuster, Affekte und Stressreaktionen beeinflussen. Die Teilnehmer:innen lernen konkrete Bewegungs- und Wahrnehmungsübungen kennen, die unmittelbar auf Selbstregulation und Bewältigungsstrategien wirken. Im Zentrum steht die Erfahrung: Wie sich innere Haltung durch äußere Haltung verändert – und wie dieser Prozess therapeutisch angeleitet werden kann. Theorie, Selbsterfahrung und Reflexion sind dabei eng miteinander verbunden und ermöglichen eine sichere Integration in den therapeutischen Alltag.
Konkret werden behandelt:
- Embodiment als Wirkprinzip
Grundlagen der Wechselwirkung zwischen Körper, Psyche und Umwelt. - Resilienz und Selbstregulation
Körperliche Zugänge zur Wiederherstellung inneren Gleichgewichts. - Bewegung und Denken
Empirische Befunde zur direkten Beeinflussung kognitiver Muster durch Haltung und Bewegung. - Verkörperte Bewältigungsstrategien
Einüben spezifischer Bewegungsabläufe zur Stärkung von Stabilität und Flexibilität. - Körperbewusstsein in der Therapie
Anleitung, Dosierung und Einbettung körperbezogener Interventionen. - Grenzen und Kontraindikationen
Sicherer Einsatz bei unterschiedlichen Belastungsniveaus und Störungsbildern.
Warum dieser Kurs?
Resilienz wird in der Psychotherapie häufig kognitiv adressiert, bleibt jedoch ohne körperliche Integration oft fragil. Embodiment bietet einen evidenzbasierten Zugang, um Selbstregulation unmittelbar erfahrbar zu machen und Veränderung nachhaltig zu verankern. Gleichzeitig erfordert der Einsatz körperbezogener Interventionen ein klares Verständnis ihrer Wirkmechanismen.
Der Kurs erweitert das therapeutische Repertoire um einen zentralen, oft unterschätzten Wirkfaktor psychischer Gesundheit. Er stärkt die Fähigkeit, Resilienz nicht nur zu erklären, sondern über den Körper aufzubauen – damit Haltung nicht nur gedacht, sondern gelebt wird.