Lifestyle-Psychiatrie. Wie unser Lebensstil unsere Psyche beeinflusst

Der nächste Therapiefortschritt liegt vielleicht im Alltag zwischen den Stunden.
Lifestyle-Psychiatrie für die Praxis: wie Ernährung, Bewegung, Schlaf und soziale Verbundenheit psychische Gesundheit stützen und wie Sie das nutzen.
In der Therapiestunde sprechen wir über Gedanken und Gefühle, doch Schlafmangel, Bewegungsarmut, ungünstige Ernährung und stundenlanges Scrollen sitzen längst mit im Raum. Die Lifestyle-Psychiatrie nimmt genau diese gesundheitsbezogenen Verhaltensweisen ernst: als Faktoren der Prävention, der Behandlung und der Rückfallprophylaxe psychischer Erkrankungen, und als Brücke zwischen psychischer und körperlicher Gesundheit.
Sie lernen die Grundlagen und die wissenschaftliche Entwicklung der Lifestyle-Psychiatrie kennen und können die Evidenz zu den einzelnen Lebensstilfaktoren einordnen: Ernährung und Mikronährstoffe samt ernährungsbezogener Interventionen; körperliche Aktivität mit ihren neurobiologischen und psychologischen Wirkmechanismen und evidenzbasierten Empfehlungen bei Depressionen und Angststörungen; Schlafqualität, Mediennutzung und digitale Lebenswelten; schließlich soziale Verbundenheit, Berührung, Stressregulation und Sinnorientierung als psychosoziale Ressourcen. Für die Umsetzung üben Sie motivierende Gesprächsführung und den Aufbau gesundheitsbezogener Gewohnheiten und entwickeln individuelle Lebensstilkonzepte, die sich in bestehende Therapiekonzepte integrieren lassen. Der Dozent verbindet als Psychiater, Neurowissenschaftler und Philosoph an der Charité die Mechanismen mit der klinischen Anwendung.
In der Fallarbeit erproben Sie die Konzepte an praxisnahen Beispielen und reflektieren ebenso offen die Grenzen lebensstilbezogener Interventionen in der Psychotherapie.