Medial ins Wachkoma: Der schmale Grat zwischen Spaß und Sucht

„Er zockt halt gern. Das ist doch normal, oder?“
Gaming Disorder und Internetsucht nach ICD-11: sicher diagnostizieren, Komorbiditäten erkennen und mit erprobtem Therapieprogramm behandeln.
Der Jugendliche, dessen Nächte dem Gaming gehören, die junge Frau, die in Social Media verschwindet, und Eltern, die zwischen „nur eine Phase“ und echter Sorge schwanken: Medienassoziierte Störungen sind im Praxisalltag angekommen, und mit der ICD-11-Diagnose Gaming Disorder auch offiziell im Klassifikationssystem. Die Kernfrage bleibt trotzdem schwierig: Wo endet intensiver Konsum, wo beginnt süchtiges Verhalten?
Der Kurs gibt einen fundierten Überblick über den aktuellen Kenntnisstand zu Entstehung, Verbreitung und Diagnostik internetbezogener Störungen: Erscheinungsformen und Klassifikation nach ICD-11 und DSM-5, Screeninginstrumente, Ätiologiemodelle sowie die häufigen psychiatrischen und somatischen Komorbiditäten. Therapeutisch lernen Sie das an der Mainzer Ambulanz für Spielsucht entwickelte verhaltenstherapeutische Gruppentherapieprogramm kennen, dessen Wirksamkeit der Dozent selbst in Studien geprüft hat, praxisorientiert vermittelt anhand videodokumentierter Fallbeispiele, einschließlich der Frage von Abstinenz und Teilabstinenz. Auch die Not der Eltern und die Angehörigenarbeit bekommen eigenen Raum.
Sie gewinnen diagnostische Trennschärfe zwischen Spaß und Sucht und ein erprobtes Behandlungskonzept für eine wachsende Patientengruppe.