Nicht erschienen. Keine Nachricht. Therapie abgebrochen. – oder: Ghosting in der Psychotherapie?

„Sitzung um 10 Uhr. Um 10:15 Uhr sitzen Sie allein da.“
Terminabsagen und Therapieabbrüche verstehen und bewältigen: Dynamiken, eigene Reaktionen, Ausfallhonorare und konkrete Handlungsstrategien.
Der Platz bleibt leer, das Telefon stumm, und nach zwei Jahren Therapie kommt einfach keine Antwort mehr. Absagen und Abbrüche gehören zum therapeutischen Alltag, und doch hinterlassen sie oft Ratlosigkeit, Kränkung, Ärger oder Selbstzweifel. Kaum eine Fortbildung nimmt sich dieses Phänomens an, dabei sind Behandlungsabbrüche häufig und ihre Dynamik ist verstehbar.
Der Kurs betrachtet beide Seiten: Sie lernen psychologische und psychodynamische Erklärungsmodelle kennen, von Bindungsmustern über Widerstand und Ambivalenz bis zur Übertragung, und reflektieren die eigenen emotionalen Reaktionen als Behandler ebenso wie die möglichen Funktionen des Abbruchs aus Patientensicht. Darauf aufbauend erarbeiten Sie konkrete Handlungsmöglichkeiten: kommunikative Interventionen, therapeutische Grenzsetzungen und den professionellen Umgang mit organisatorischen und rechtlichen Fragen wie Ausfallhonoraren und Behandlungsverträgen. Fallarbeit und Supervision an Fällen des Dozenten und der Teilnehmer verankern alles in der Praxis.
Sie entwickeln Ihre persönliche Strategie für einen der frustrierendsten Momente des Praxisalltags, verstehend statt grübelnd. Bringen Sie gern eigene Erfahrungen mit.