Tourette und Tics – Es darf auch etwas Besonderes sein

„Tic, Zwang oder Stereotypie? Der geschulte Blick macht den Unterschied.“
Tic-Störungen und Tourette sicher diagnostizieren und mit Habit Reversal Training behandeln, mit Videobeispielen und Betroffenenperspektive.
Ein Blinzeln, ein Räuspern, eine wiederholte Bewegung: Tics begegnen Ihnen in der Praxis öfter, als es zunächst scheint, und werfen sofort Fragen auf. Ist das ein Tic, ein Zwang oder eine Stereotypie? Und was hilft dann? Tic-Störungen und das Tourette-Syndrom sind ein lohnendes Spezialgebiet mit gut untersuchten, wirksamen Behandlungsmethoden. Diese Fortbildung vermittelt das komplette Handwerkszeug von der sicheren Diagnostik bis zur verhaltenstherapeutischen Behandlung.
Sie lernen Definition, Klassifikation nach ICD-10 und ICD-11, Verlauf und Komorbiditäten der Tic-Störungen und des Tourette-Syndroms kennen und schulen an zahlreichen Videobeispielen den Blick für motorische und vokale Tics. Sie wenden standardisierte Diagnostikinstrumente und Interviews an und grenzen Tics differenzialdiagnostisch von Zwangsstörungen, Bewegungsstörungen und stereotypen Verhaltensweisen ab. Die Betroffenenperspektive kommt dabei direkt zu Wort, nach Möglichkeit im Live-Dialog per Videokonferenz, mit Raum für psychosoziale Belastung, Lebensqualität und Coping. Therapeutisch führt der Kurs in das Habit Reversal Training ein: Grundprinzipien von Wahrnehmungstraining und Competing Response, Evidenzlage und Grenzen, dazu die praktische Durchführung mit Übungsanleitungen zur Tic-Wahrnehmung, Reaktionskontrolle und Verstärkersystemen sowie die Besonderheiten bei Kindern und Jugendlichen von der Elternarbeit bis zur schulischen Unterstützung. Der Dozent hat viele Jahre in der Tourette-Forschungsgruppe der MHH gearbeitet und das Standardwerk zur Behandlung mitverfasst.
Der interaktive Workshop lebt vom Austausch; bringen Sie eigene Fälle und Fragen mit. Die Inhalte sind für die Arbeit mit Erwachsenen wie mit Kindern und Jugendlichen ausgelegt.