Trotz und Drama – oder: Überleben im Alarmzustand? Traumatherapie mit Kindern und Jugendlichen

Nicht jedes schwierige Verhalten ist Trotz. Manchmal ist es Überleben im Alarmzustand.
Traumafolgen bei Kindern und Jugendlichen erkennen und mit CIPBS eine schonende, ressourcenorientierte Methode der Traumabearbeitung praktisch erlernen.
Wutausbrüche, oppositionelles Verhalten, Ängste, Konzentrations- und Schlafprobleme: Kinder und Jugendliche zeigen Traumafolgen selten als klassisches PTBS-Bild. Was in der Praxis wie Trotz und Drama wirkt, kann Ausdruck eines Nervensystems im Alarmzustand sein. Diese Fortbildung schärft den diagnostischen Blick für traumabedingte Symptome und vermittelt ein Verfahren, mit dem sich belastende Erfahrungen altersgerecht bearbeiten lassen.
Sie lernen die Grundlagen der Psychotraumatologie im Kindes- und Jugendalter kennen, ordnen traumabedingte Symptome differenzialdiagnostisch ein und verstehen die Grundprinzipien der Traumatherapie, von Stabilisierung und Ressourcenorientierung über das stresssensible Störungsmodell bis zur therapeutischen Haltung und Beziehung. Im Zentrum steht CIPBS, die von Christa Diegelmann entwickelte Methode, die Imagination, Malen und bilaterale Stimulation verbindet. Gerade weil das Erzählen belastender Erfahrungen Kindern und Jugendlichen oft schwerfällt, eröffnet der Weg über das Bild eine schonende Form der Traumabearbeitung. Sie erleben die Methode zunächst selbst und üben sie anschließend Schritt für Schritt ein.
Die Einübung erfolgt in Kleingruppen an eigenen biografischen Themen im geschützten Rahmen; bringen Sie die Bereitschaft zu dieser Selbsterfahrung mit. Anhand von Fallbeispielen übertragen Sie die Methode auf unterschiedliche Altersgruppen und Störungsbilder, sodass Sie ein direkt einsetzbares therapeutisches Werkzeug mitnehmen.