Wenn Gedanken erschrecken – Therapeutische Strategien im Umgang mit aggressiven und sexuellen Zwangsgedanken

„Was, wenn ich wirklich so jemand bin?“
Aggressive und sexuelle Zwangsgedanken sicher behandeln: Differenzialdiagnostik, inferenzbasierter Ansatz und Exposition in sensu, praktisch eingeübt.
Aggressive und sexuelle Zwangsgedanken gehören zu den belastendsten Formen der Zwangsstörung: Betroffene erleben Vorstellungen, die ihren moralischen Überzeugungen radikal widersprechen, und werten schon deren Auftreten als Beweis einer verborgenen Devianz. Dieser durchdringende Zweifel verunsichert oft auch Behandler, und gutgemeinte Rückversicherung stabilisiert die Störung ungewollt. Dabei suchen heute mehr Betroffene denn je gezielt Behandlung, weil sie ihre Gedanken dank verfügbarer Informationen als Zwangssymptom einordnen können.
Der Workshop vermittelt ein klares, leitlinienorientiertes Vorgehen. Sie lernen die differenzialdiagnostische Abgrenzung, etwa zu Impulskontrollstörungen und Paraphilien, und verstehen die spezifische Dynamik aus zwanghaftem Zweifel, mentalen Neutralisierungen und Bedrohung des Selbst, einschließlich typischer Kommunikationsfallstricke. Sie lernen kognitive und metakognitive Interventionen kennen, darunter den inferenzbasierten Ansatz aus der aktuellen S3-Leitlinie. Ein Schwerpunkt liegt auf der Exposition in sensu: Anhand authentischer Fallbeispiele üben Sie deren Vorbereitung, Aufbau und Durchführung, ergänzt um In-vivo-Kombinationen.
Der Dozent hat das erste deutschsprachige Therapiemanual zu diesem Thema verfasst. Ziel ist, Berührungsängste abzubauen und wirksam behandeln zu können. Bringen Sie gern eigene Fälle mit.