Wenn Veränderung Widerstand braucht – Einsatz paradoxer Interventionen, Humor und provokativer Strategien in der Therapie

Therapeutische Wirksamkeit jenseits von Einsicht und Kooperation
Therapeutische Veränderung verläuft selten geradlinig. In vielen Behandlungsverläufen zeigt sich, dass Einsicht vorhanden ist, Motivation verbal bekundet wird – und dennoch nichts in Bewegung kommt. Widerstand, Ambivalenz und verdeckte Loyalitäten stabilisieren den Status quo und entziehen sich klassischen interventionslogischen Zugängen. In solchen Situationen kann therapeutische Ernsthaftigkeit paradoxerweise zur Blockade werden. Humorvolle Provokation und paradoxe Interventionen setzen genau hier an: Sie unterlaufen gewohnte Muster, verschieben Perspektiven und ermöglichen Veränderung dort, wo rationale Argumente längst wirkungslos geworden sind.
Der Kurs macht deutlich, dass provokative Interventionen kein Stilmittel für Grenzüberschreitungen sind, sondern hochpräzise therapeutische Werkzeuge mit klarer Indikation. Richtig eingesetzt stärken sie Autonomie, Selbstwirksamkeit und Verantwortungsübernahme. Falsch eingesetzt gefährden sie dagegen Vertrauen und therapeutische Allianz. Entscheidend ist daher weniger die Technik als die Haltung, aus der heraus sie angewendet wird. Der Kurs zeigt, wie Humor, Paradoxie und wohlplatzte Provokation in eine professionelle, respektvolle und sichere therapeutische Beziehung eingebettet werden können.
Was Sie in diesem Kurs erwartet
Der Workshop vermittelt ein fundiertes Verständnis paradoxer und provokativer Interventionen als Bestandteil moderner, integrativer Psychotherapie. In Live-Demonstrationen werden unterschiedliche Formen humorvoll-provokativer Strategien erfahrbar gemacht und in ihrer Wirkung nachvollzogen. Die Teilnehmer:innen lernen, wie solche Interventionen zur eigenen therapeutischen Persönlichkeit passen müssen, um wirksam und glaubwürdig zu sein. Neben der praktischen Anwendung steht die Reflexion im Mittelpunkt: Warum Provokation Veränderung ermöglichen kann, welche psychologischen Wirkmechanismen dabei greifen und wo klare Grenzen verlaufen. Der Kurs verbindet theoriegeleitete Einordnung mit intensiver Selbsterfahrung und sicherer Anwendung im therapeutischen Alltag.
Konkret werden behandelt:
- Widerstand als Veränderungskraft
Therapeutisches Verständnis von Widerstand, Ambivalenz und Symptomstabilisierung. - Paradoxe Interventionen in der Praxis
Logik, Indikationen und typische Einsatzfelder paradoxer Strategien. - Humor als therapeutisches Medium
Unterschied zwischen entwertendem Humor und therapeutisch wirksamer Leichtigkeit. - Provokation und therapeutische Haltung
Passung zur eigenen Persönlichkeit, Beziehungssicherung und ethische Verantwortung. - Live-Demonstrationen und Übungssequenzen
Erleben, Variieren und Absichern provokativer Interventionen. - Kontraindikationen und Risiken
Situationen, in denen Provokation schadet und wie therapeutisch sicher damit umzugehen ist.
Warum dieser Kurs?
Viele Therapien scheitern nicht an mangelnder Einsicht, sondern an festgefahrenen Veränderungsmustern. Klassische Interventionen greifen hier oft zu kurz oder verstärken ungewollt den Widerstand. Paradoxe und provokative Strategien bieten eine wirksame Ergänzung – vorausgesetzt, sie werden professionell, reflektiert und verantwortungsvoll eingesetzt.
Der Kurs erweitert das therapeutische Repertoire um wirkungsvolle Werkzeuge für genau diese schwierigen Momente. Er schärft die therapeutische Haltung, erhöht die Flexibilität im Vorgehen und ermöglicht Veränderung dort, wo sie bisher blockiert war – nicht trotz, sondern gerade wegen des Widerstands.