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Wenn Worte nicht reichen – Psychotherapie im Spiegel der Pferde

Kursnummer:
26-1-031
Erster Kurstag:
calendar_month Fr 11.09.2026 schedule 14:00 - 21:30
Zweiter Kurstag:
calendar_month Sa 12.09.2026 schedule 09:00 - 16:30
Dauer:
16 UE
Fortbildungspunkte:
20 FBP
Gebühr:
49500 €

Beziehung, Körpererleben und Symbolisierung im erweiterten therapeutischen Setting

Nicht alle therapeutisch relevanten Prozesse lassen sich sprachlich erreichen. Gerade dort, wo frühe Beziehungserfahrungen, präverbale Affekte oder tief verankerte Selbst- und Beziehungsmuster wirksam sind, stößt das gesprochene Wort an Grenzen. Die Einbeziehung von Pferden in ein psychotherapeutisches Richtlinienverfahren stellt in diesem Sinne keine neue Therapieform dar, sondern eine bewusste Erweiterung des therapeutischen Settings innerhalb eines etablierten Vorgehens – unter Wahrung aller fachlichen, ethischen und methodischen Grundsätze der tiefenpsychologisch-analytischen Praxis.
Das Pferd fungiert dabei als lebendiges, resonanzfähiges Medium. Durch seine körperliche Präsenz, seine Sensibilität für Beziehungssignale und seine unmittelbare Rückmeldung eröffnet es Erfahrungsräume, in denen Fürsorge, Vertrauen, Führung, Getragen-Werden, Autonomie und Regression konkret erlebt und therapeutisch bearbeitet werden können. Diese Erfahrungen sind nicht symbolisch gemeint, sondern real – und gerade deshalb psychodynamisch hoch relevant.

Was Sie in diesem Kurs erwartet

Das Seminar vermittelt einen fundierten Einblick in die Möglichkeiten pferdegestützter Interventionen als integriertes Therapieelement. Es zeigt, wie der Einsatz des Pferdes flexibel, indikationsgerecht und zielorientiert in den psychotherapeutischen Prozess eingebunden werden kann, ohne die therapeutische Haltung oder das Verfahren zu verlassen. Neben einer theoretischen Einordnung der pferdegestützten Psychotherapie werden zahlreiche Praxisbeispiele aus der klinischen Arbeit vorgestellt und gemeinsam reflektiert. Die Teilnehmer:innen erhalten ein klares Verständnis dafür, wann und wie das Pferd den therapeutischen Prozess katalysieren kann – und wo klare Grenzen verlaufen.

Konkret werden behandelt:

  1. Das Pferd im therapeutischen Setting
    Rolle, Funktion und Einbettung in ein psychotherapeutisches Richtlinienverfahren.
  2. Beziehungsgestaltung und Körperselbst
    Fürsorge, Vertrauen, Führung, Autonomie und Regression im erlebten Kontakt.
  3. Psychodynamische Wirkmechanismen
    Übertragung, Gegenübertragung und Symbolisierung im erweiterten Setting.
  4. Indikation und Zielorientierung
    Wann pferdegestützte Interventionen sinnvoll sind – und wann nicht.
  5. Praxisbeispiele aus der klinischen Arbeit
    Konkrete therapeutische Sequenzen und ihre Einordnung.
  6. Fallsupervision
    Besprechung eigener Fälle der Teilnehmer:innen im geschützten Rahmen.

Warum dieser Kurs?

Viele Patient:innen profitieren von therapeutischen Zugängen, die über Sprache hinausgehen und Beziehung, Körper und Handlung einbeziehen. Pferdegestützte Interventionen eröffnen hierfür einen besonderen Erfahrungsraum, der therapeutische Prozesse vertiefen und beschleunigen kann – vorausgesetzt, sie sind fachlich sauber eingebettet und reflektiert angewendet.
Der Kurs richtet sich an Therapeut:innen und Fachkräfte mit psychotherapeutischem Hintergrund, die ihr Setting erweitern möchten, ohne ihre methodische Klarheit zu verlieren. Er bietet eine differenzierte, praxisnahe Orientierung für alle, die dort weiterarbeiten wollen, wo Worte allein nicht mehr ausreichen – und Beziehung im Erleben neue Bedeutungen gewinnt.

Buchungen

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Wenn Worte nicht reichen – Psychotherapie im Spiegel der Pferde
495,00
20 verfügbar