Dr. Britta Müller
Dr. Britta Müller
Soziologin · Gesundheits- und Alternsforscherin · Expertin für soziale Determinanten von Gesundheit · Hochschullehrerin
Gesundheit über die Lebensspanne – sozial gedacht, wissenschaftlich fundiert
Dr. Britta Müller gehört zu den prägenden Stimmen der deutschen Gesundheits- und Alternsforschung. Seit fast drei Jahrzehnten untersucht sie, wie soziale Bedingungen, Lebenswelten und Netzwerke die körperliche und psychische Gesundheit im Laufe des Lebens formen und welche Faktoren Stabilität oder Verletzlichkeit im Alter begünstigen.
Mit ihrem interdisziplinären Ansatz aus Soziologie, Medizinischer Psychologie und Versorgungsforschung verbindet sie gesellschaftliche Perspektiven mit klinischer Relevanz.
Wissenschaftliche Laufbahn mit Weitblick und Kontinuität
Dr. Müller studierte Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und promovierte anschließend an der Universität Rostock, unterstützt durch einen Forschungsaufenthalt in Ecuador (DAAD).
Ihr beruflicher Weg führte sie:
- über das Lateinamerika-Institut der Universität Rostock
- in das Institut für Gesundheitswissenschaften
- und schließlich seit 1997 dauerhaft an das Institut für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie der Universitätsmedizin Rostock
Von 2006 bis 2014 leitete sie dort die Forschungsgruppe Stabilität und Variabilität von Gesundheit im Lebenslauf und ist seit 2008 stellvertretende Direktorin des Instituts.
Forschung, die Lebenswirklichkeit abbildet und Versorgung beeinflusst
Ihre Arbeit konzentriert sich auf Themen, die Gesundheit über Jahrzehnte prägen:
- soziale Netzwerke und gesundheitliche Ungleichheit
- psychosoziale Belastungs- und Schutzfaktoren im Alter
- Versorgungsbedarfe in ländlichen Regionen
- gesundheitsbezogene Lebensverläufe
- gesellschaftliche Transformationsprozesse und ihre Folgen
Dr. Müller verbindet quantitative Längsschnittforschung mit einem präzisen Verständnis sozialer Kontexte.
Beteiligung an großen Forschungsverbünden und Förderprogrammen
Sie war federführend oder maßgeblich beteiligt an Projekten wie:
- FORUN-Projekten zur Stabilität und Veränderung von Gesundheit im Alter
- DFG-Projekt SoNegU – Soziale Netzwerke und gesundheitliche Ungleichheit
- Versorgungsforschung Kopfschmerz (DMKG)
- ILSE – Interdisziplinäre Längsschnittstudie des Erwachsenenalters
- ElektRA – Rationale Antibiotikatherapie (Innovationsfonds G-BA)
- Studie Landarztprofil der Ärztekammer Mecklenburg-Vorpommern
Diese Projekte prägen bis heute Forschung, Versorgungspraxis und gesundheitspolitische Debatten.
Gestalterin akademischer Lehre und Qualitätsentwicklung
Dr. Müller engagiert sich seit vielen Jahren intensiv in der medizin-psychologischen Ausbildung:
- Lehrkoordinatorin des Instituts (seit 2008)
- OSCE-Prüferin für praxisnahe medizinische Lehre (seit 2012)
- Mitglied der Auswahlkommission Innovationsfonds Lehre (2022–2024)
Ihre Lehre gilt als klar strukturiert, methodisch fundiert und konsequent kompetenzorientiert.
Vernetzt und wissenschaftlich sichtbar
Dr. Müller ist aktives Mitglied in:
- der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Soziologie (DGMS)
- der Deutschen Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG)
- der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)
Diese Tätigkeiten spiegeln ihre tiefe Einbindung in die nationale Gesundheits- und Sozialforschung wider.
Gesundheit verstehen – im sozialen, biografischen und gesellschaftlichen Kontext
Dr. Britta Müller steht für eine Forschungsperspektive, die Gesundheit nicht isoliert betrachtet, sondern eingebettet in Leben, Beziehungen und gesellschaftliche Bedingungen.
Ihre Arbeit eröffnet Therapeut:innen, Ärzt:innen und Gesundheitsfachkräften ein differenziertes Verständnis dafür, wie sehr Gesundheit über die Lebensspanne hinweg von sozialen Faktoren geprägt wird und wie diese Erkenntnisse professionell genutzt werden können.